Caligula

Ivan Franko Nationales Akademisches Dramatheater

Caligula -  © Ivan Franko Nationales Akademisches Dramatheater

Infos zur Produktion

Caligula – der Name einer realen historischen Figur, des römischen Kaisers aus der julisch- claudischen Dynastie – ist seit Jahrhunderten ein Synonym für grenzenlose Grausamkeit, die Straflosigkeit der Tyrannei und für bis ins Absurde reichende Ausschweifungen. Bereits der Historiker Sueton zeichnete dieses Bild in seinem Werk „Die zwölf Caesaren“ (ca. 120 n. Chr.). Zugleich fasziniert Caligulas auf eigene Weise tragisches Schicksal. Seine geheimnisvolle Paradoxie und seine obsessiven Züge ziehen bis heute in den Bann. Was verbirgt sich hinter seiner Verachtung, ja seinem offenen Hass gegenüber allem und jedem – aus dem eine beinahe animalische Grausamkeit erwächst? In der Interpretation Albert Camus’ ist Caligula ein einsamer Egozentriker. Nach dem Verlust seiner sündhaften Liebe zu seiner Schwester versucht er, dem Wahnsinn und der Leere zu entkommen, die dieser Verlust hinterlassen hat. In dem Wunsch, sich von der Vergangenheit zu befreien, nutzt er die unbegrenzte Macht des Imperators, um allen seine Stärke und Unbeugsamkeit gegenüber dem Schicksal zu beweisen. Auf der Suche nach dem Sinn des Daseins und nach Glück beginnt Caligula zu handeln. Doch seine Taten bringen nicht Erlösung, sondern Chaos und Tod. Das Stück stellt Fragen, die nicht nur den Protagonisten, sondern jeden von uns betreffen: Zu welcher Niedertracht ist der Mensch in der Angst um das eigene Leben fähig? Was ist er bereit zu überschreiten oder zu ertragen – Demütigung, Folter? Was bedeutet wahre Freiheit, und zu welchem Preis wird sie erlangt? Was macht den Menschen zum Sklaven, zu einem Wesen, das Würde und Ehre verliert? Und schließlich: Entsteht Tyrannei durch den Tyrannen selbst – oder durch Angst und stillschweigende Duldung seiner Umgebung, die nicht nur den Einzelnen, sondern ganze Zivilisationen zugrunde richtet?
Albert Camus (1913–1960) war ein französischer Romancier, Philosoph und Publizist sowie einer der bedeutendsten Vertreter des existentialistischen Denkens. 1957 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. An dem Drama „Caligula“ arbeitete Camus von 1939 (erste Fassung) bis 1958 (dritte Fassung). Die Uraufführung fand 1945 im Théâtre Hébertot in Paris statt.

Caligula – Witalij Aschnow / Oleksandr Rudynskyj
Caesonia – Kseniia Bascha / Tetjana Michyna
Helicon – Ljudmyla Smorodina / Olena Chochlatkina
Cherea – Roman Jassinowskyj / Renat Sjettarow
Scipio – Akmal Hurjesow / Oleksandr Pecheryzja

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Vorstellungen

Termin Spielstätte/Ort/Vermerk Kartenpreise Tickets
27. März 16:30 Uhr Theater Akzent

Bilder

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